Rathaus Geretsried | © Stadt Geretsried
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Kultur
Eghalanda Gmoi z’ Geretsried feiert 75. Vereinsjubiläum
06.05.2026

Wir gratulieren der Eghalanda Gmoi z’ Geretsried herzlich zum 75. Vereinsjubiläum! Am vergangenen Wochenende fanden große Feierlichkeiten statt: Am 1. Mai 2026 beim traditionellen Maibaumaufstellen, gefolgt vom feierlichen Festakt am Sonntag, 3. Mai 2026 mit dem Landestreffen der Egerländer Gmoin aus ganz Bayern von Waldkraiburg bis Forchheim.

Erster Bürgermeister Patrik Kohlert bestritt dort seinen ersten öffentlichen Auftritt als neu gewähltes Stadtoberhaupt und freute sich, ein Grußwort zu sprechen: „Es war mir eine besondere Ehre und ein schöner Auftakt in den Tag. Die Eghalanda Gmoi ist die Landsmannschaft aus der Heimat meiner Familie. Daher war dieser erste Auftritt für mich auch persönlich etwas ganz Besonderes.“

Bürgermeister Kohlert hob die Bedeutung der Eghalanda Gmoi für Geretsried hervor: „Sie ist ein fester Bestandteil unseres städtischen Lebens. Sie prägt das kulturelle Bild Geretsrieds, bereichert unsere Gemeinschaft und schafft Begegnung.“

Zum Festakt war eine Vielzahl an Ehrengästen und Rednern in die Ratsstuben gekommen. Ein buntes Programm mit Musik, Ehrungen, Tanz und gutem Essen rundete den Tag ab. Auch die anderen Geretsrieder Landsmannschaften waren zum Fest geladen: Die Siebenbürger Sachsen, die Deutschen aus Ungarn und die Griechische Gemeinde präsentierten ihre Tänze und Volkslieder. Für schwungvolle musikalische Begleitung sorgte die Gartenberger Bunkerblasmusik. Auch die Banater Schwaben, die Karpatendeutschen und die Freiwillige Feuerwehr waren mit Abordnungen da. Der Tag klang mit einem gemütlichen Beisammensein unter dem frisch aufgestellten Maibaum aus.

„Wenn wir heute auf 75 Jahre Eghalanda Gmoi z’ Geretsried blicken, dann schauen wir auf weit mehr als ein Vereinsjubiläum. Wir blicken auf ein Stück gelebte Geschichte unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Kohlert und bedankte sich für 75 Jahre Engagement. „Solange es Menschen gibt, die sich mit so viel Herzblut für ihre Kultur einsetzen, wird diese Geschichte weitergeschrieben!“

Der Gedenkstein vor dem Rathaus erinnert an die Ankunft der ersten Vertriebenentransporte im Jahr 1946. Der Spruch auf dem Stein lautet: „Not und Tod brachten uns her, Arbeit und Fleiß schufen uns Ehr.“ Pfarrer Andreas Vogelmeier hielt dort eine Feldmesse ab. Anschließend fand eine Totenehrung am Gedenkstein statt.

Eingepfercht in Viehwaggons kamen die Heimatvertriebenen 1946 in Geretsried an, direkt vor dem heutigen Rathaus. Sie begannen bereits im Barackenlager auf der Böhmwiese ihre Lieder und Tänze, Traditionen und Bräuche zu pflegen und an ihre Kinder weiterzugeben. Im Jahr 1951 wurde die Eghalanda Gmoi z‘ Geretsried gegründet. Seitdem ist die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung Geretsrieds eng mit den Egerländern verbunden. Auch fast 80 Jahre nach Flucht und Vertreibung sind die Egerländer und ihre Freunde in Geretsried aktiv.

Das Maibaumaufstellen ist ein Beispiel für gelebtes Brauchtum und eine von zahlreichen Aktivitäten im Verlauf des Jahres. Die Eghalanda Gmoi z‘ Geretsried fällt frühmorgens am 1. Mai einen Baum, der dann geschäpst, mit Kränzen und bunten Bändern geschmückt, aber nicht bemalt wird. Nach vier Wochen wird der Egerländer Maibaum wieder umgeschnitten.

Im Museum der Stadt Geretsried ist jeder Landsmannschaft ein eigener Bereich gewidmet. Entdecken Sie die Geschichte unserer Stadt! Alle Informationen finden Sie auf unserer Website.

Gruppenbild mit allen Mitgliedern in traditoneller Egerländer Tracht | © Eghalanda Gmoi z’ Geretsried