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Energiewende in Geretsried
Teil-Energienutzungsplan in 2019

Bereits im Jahr 2005 gab sich die Stadt Geretsried als Gründungsstifterin der Energiewende Oberland das Ziel, bis 2035 unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Im Jahr 2010 ließ die Stadt deshalb ein Klimaschutzkonzept erstellen, zum großen Teil basierend auf der Erschließung der Geothermie, die zu diesem Zeitpunkt sehr gute Aussichten hatte. Da die tiefe Geothermie im damals geplanten Umfang jedoch seit 2017 als gescheitert gilt, beauftragte der Stadtrat am 25.09.2018 das Energiewende Oberland Kompetenzzentrum Energie (EKO e.V.) mit der Erstellung eines Teil-Energienutzungsplans.

Die Kosten für die Erstellung des Teil-Energienutzungsplanes werden zu 70% vom das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie übernommen. 

Energienutzungsplan für die Stadt Geretsried

Ein Energienutzungsplan ist ein Planungsinstrument für Kommunen. Er zeigt auf, wo im Stadtgebiet wieviel Energie verbraucht wird, welche Lösungen bereits vorhanden sind und welche Möglichkeiten es zusätzlich gibt, diese Verbräuche vor Ort nachhaltig und unter Berücksichtigung der Siedlungsstrukturen zu kompensieren. Betrachtet werden im Energienutzungsplan die Energiesektoren Wärme und Strom, nicht jedoch die Mobilität.

Die Bereiche Windenergie und Geothermie wurden ebenfalls nicht weiter betrachtet, da es bei Ersterer seit dem Klimaschutzkonzept außer der 10H-Regelung nichts Neues gibt und Letztere durch die fehlgeschlagenen Bohrungen aktuell nicht die Basis für ein kurz- und mittelfristiges Konzept bilden kann.

Verkehr

Im Endenergieverbrauch hat der motorisierte Individualverkehr mit über 45 % den größten Anteil, weshalb hier dringend Handlungsbedarf angebracht, auch wenn diese Maßnahmen nicht Teil des Energienutzungsplans sind. Zweitgrößter Verbrauchssektor sind die privaten Haushalte mit 27,51%, knapp vor Gewerbe/Industrie mit 25,28%. Die kommunalen Liegenschaften und die Straßenbeleuchtung – der einzige Bereich, auf den die Stadtverwaltung direkt Einfluss nehmen kann – machen noch 1,41% des Gesamtenergieverbrauchs aus.

Strom

Beim Pro-Kopf-Stromverbrauch konnte seit 2010 eine Einsparung von jährlich etwa 3% beobachtet werden. Dieser Trend wird sich bei der aktuellen Entwicklung der E-Mobilität nicht fortsetzen lassen, was jedoch eine verbrauchssenkende Veränderung beim Verkehr zur Folge hätte.

Zwei Drittel des Stromverbrauchs entfallen auf Gewerbe und Industrie. Etwa 11 % des Strombedarfs wird bilanziell vor Ort erzeugt.

Der Energienutzungsplan schlägt dabei mögliche Ausbaupfade für eine zukünftige Stromversorgung in Geretsried bis 2035 bei gleichbleibenden rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor.

Wärme

Viel höher ist jedoch der Endenergieverbrauch für Wärme. Um hier zu einer deutlichen Einsparung zu kommen, muss der Bedarf gesenkt werden und zugleich eine Umstellung auf erneuerbare Energien erfolgen.

Im kommunalen Bereich ist man hier durch die Umstellung auf überwiegend nachhaltige Fernwärme (Hackschnitzel plus Gas-BHKW) in den Jahren 2018 bis 2020 einen großen Schritt weiter gekommen. Ab 2020 wird etwa 40 % der Wärme für kommunalen Liegenschaften im Heizkraftwerk Schulzentrum generiert.

Maßnahmen

Trotz hoher Energiepreise ist die erreichte Sanierungsquote immer noch gering. Die Verbraucherzentrale Bayern bietet ein unabhängiges Beratungsangebot, das den Bürgern helfen soll, sich in der Vielfalt an technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurecht zu finden. Als erste Maßnahmen für die Bürger Geretsrieds möchte die Stadt Geretsried zusammen mit der Verbraucherzentrale eine „Energiekarawane“ durchführen. Hierbei übernimmt die Stadt den Eigenanteil der Beratungskosten.

Aufgrund der Corona Pandemie muss die für April geplante Kampagne verschoben werden. Hausbesuche und Informationsveranstaltungen sind derzeit nicht planbar. Wir informieren Sie über den Start der Aktion hier und über die Presse.

Als weitere Maßnahmen führt der Energienutzungsplan mögliche Projektvorschläge für Freiflächen- und Dach-PV-Anlagen, Wärmeverbundnetze, Infokampagnen und ein Energieeffizienznetzwerke für Gewerbe und Betriebe sowie die Einarbeitung von Klimaschutzmaßnahmen in die Bauleitplanung auf und klärt über verschiedene Fördermittel und Finanzierungsvorschläge dafür auf.

Der Energienutzungsplan wurde dem Stadtrat in der öffentlichen Sitzung am 28. Januar 2020 vorgestellt. Der Arbeitskreis Klima betrachtet den Plan als Arbeitsgrundlage.

Kontakt

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